Ernährung nach Operationen an der Bauchspeicheldrüse

Viele Patienten haben bereits vor der Diagnose stark an Gewicht verloren. Ein weiterer Gewichtsverlust entsteht zusätzlich durch Diagnostik, Operationen, Appetitmangel, Schmerzen und Verdauungsstörungen. Patienten verlieren häufig 30 Prozent ihres normalen Gewichts. Häufig ist der Verlust an Muskelmasse dabei extrem hoch.

Schwäche, Müdigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit sind die Folge.

 

Grundsätzlich gilt: alles ist erlaubt, was vertragen wird. Für den Patienten ist es jedoch sehr mühsam, für sich alleine herauszufinden, wo die Grenzen der Verträglichkeit sind.

Es gibt Tabellen, die verträgliche und weniger verträgliche Nahrungsmittel empfehlen.

Außerdem ist es sinnvoll, ein Ernährungstagebuch zu führen, um die individuelle Verträglichkeit herauszufinden. Nehmen Sie Ihr Ernährungstagebuch mit, wenn Sie zu einer Ernährungsberatung gehen.

Allgemein kann man sagen:

  • Mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag (6-8), die regelmäßige Einnahme von Medikamenten und Enzymen (wenn vom Arzt verordnet).
  • Gründlich kauen: Gut gekaut ist halb verdaut!
  • Keine Lebensmittel, die stark blähen (z.B. Kohl, Lauch, Knoblauch, Bohnen)
  • Einsatz von MCT Fetten: Häufig ist insbesondere die Verdauung von Fett gestört. Fettarme Speisen werden besser vertragen, Fett ist aber auch ein wichtiger Kalorien- und Energieträger. Einige Patienten erreichen trotz Einnahme von Enzymen keine ausreichende Fettaufnahme mit der Nahrung. In diesen Fällen kann der Patient auf sog. mittelkettige Triglyceride ausweichen, die auch ohne das, in der Bauchspeicheldrüse gebildete Enzym Lipase aus dem Darm resorbiert werden. Produkte aus MCT Fetten können Sie in Reformhäusern, Apotheken, Drogerien kaufen, oder im Internet bestellen.. Es gibt sie als Öl, Margarine, Brotaufstrich.
    MCT-Fette eignen sich nicht für die Erhitzung und sollten deshalb erst nach dem Kochen zugesetzt werden. Außerdem müssen sie langsam aufbauend genommen werden, da es sonst zu verstärktem Durchfall kommen kann. Man beginnt mit 10 g und kann bei Verträglichkeit täglich um weitere 10 g steigern, bis ca. 50-60g.
    Die gestörte Verdauung von Fetten beeinträchtigt auch die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K), sowie Vitamin B12. Durch eine Blutuntersuchung kann ein Mangel festgestellt werden. Dieser wird durch eine monatliche Injektion ausgeglichen.
  • Mild salzen und würzen
  • Täglich Obst und Gemüse essen um ausreichend Vitamine- und Mineralstoffe aufzunehmen. Evtl. Nahrungsergänzungen aus Obst und Gemüse. Siehe auch Kapitel „Nahrungsergänzungen
  • Ausreichend trinken: ca.35 ml pro kg Körpergewicht. Geeignet ist stilles Wasser, Kräutertee, leichte Saftschorle, Getreidekaffee. Bei Dumpingsyndrom Flüssigkeiten nicht zu den Mahlzeiten trinken!
  • Alkohol meiden

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